Interview mit Gerald Krebs, Vorstand der Familienheim Rhein-Neckar eG

Gerald Krebs, Vorstand der Familienheim Rhein-Neckar eG
Die Immobiliengruppe Rhein-Neckar, deren Muttergesellschaft die Familienheim Rhein-Neckar eG ist, verwaltet mit ihren Tochtergesellschaften – darunter die TREUREAL Property Management GmbH und die TREUBAU Verwaltung GmbH – bundesweit rund 100.000 Wohnungen. Damit zählt die Unternehmensgruppe zu den führenden Akteuren der Branche.
Verständlich, dass auch hier das Thema Glasfaserausbau zu den strategischen Zukunftsthemen gehört, die für Investoren, Wohnungseigentümer und Mieter gleichermaßen eine wichtige Rolle spielen. Eine leistungsstarke digitale Infrastruktur stellt bereits heute ein entscheidendes Kriterium bei der Ausstattung von Wohnungen dar, schließlich gilt es, den Wohnungsbestand langfristig attraktiv zu halten und die Medienversorgung auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen, das den stetig wachsenden Anforderungen an Bandbreite gerecht wird.
DSC Dietmar Schickel Consulting wurde mandatiert, die Ausschreibung zur zukünftigen Ausstattung mit Glasfaser bundesweit durchzuführen.
Das Interview mit dem Vorstand Gerald Krebs führte DSC-News.
Die Ausgangssituation:
Die Familienheim Rhein-Neckar eG bietet mit ihren Tochter- und Beteiligungsunternehmen attraktive und moderne Wohnungen und innovative Dienstleistungen bundesweit in vielen Städten und Gemeinden an. Als Standardversorgung werden Kabel-TV und Satelliten-TV in allen Liegenschaften der Gruppe bereitgestellt. Hochwertige Fernsehangebote werden dabei um breitbandige Internetangebote ergänzt. Zwischenzeitlich haben aber erste Unternehmen der Gruppe bereits Liegenschaften teilweise mit Glasfasern bis zum Gebäude (FTTB) und teilweise bis in die Wohnungen (FTTH) installieren lassen. Zudem führen Vertriebsmaßnahmen einiger Glasfaseranbieter zu einem erhöhten organisatorischen Aufwand, der von den Verwaltungen bewältigt werden muss, da Nachfragen von Eigentümer und Mieter sich häufen.
Die Aufgabenstellung für DSC: Angebote von verschiedenen Anbietern einholen, die einen Glasfaserausbau der Bestände gewährleisten können, dabei die Ausbauszenarien in einen geordneten Prozess überführen und klare Handlungsoptionen für alle Beteiligten aufzeigen – insbesondere im Kontext zu den erwarteten Änderungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG).
Das Ergebnis:
Nach umfangreichen Recherchen und Aufarbeitung des bundesweiten Bestandes, Angebotsabfragen bei potenziellen Anbietern, Durchführung von Vertragsverhandlungen, erfolgten letztendlich Vertragsabschlüsse mit unterschiedlichen Glasfaseranbietern.
Dabei wurden weitestgehend vereinheitliche Rahmenbedingungen umgesetzt und generell ein 100% Ausbau des jeweiligen Bestandes vereinbart, ohne dass eine Anschlussquote erzielt werden muss. Teilweise konnten zudem bereits abgeschlossene Verträge im Nachhinein optimiert werden, so dass der organisatorische Aufwand für die involvierten Verwaltungen überschaubau bleibt. Bestände, die temporär noch nicht ausgebaut werden können, wurden als Option den Anbietern zugeordnet.
DSC-News führte ein Interview mit dem Vorstand Gerald Krebs.
DSC-News: Eine komplexe Aufgabenstellung in einem Bestand ihrer Größe und dazu noch bundesweit verteilt, einen Ausbau mit Glasfaser bis in die Wohnungen umzusetzen. Wie kam es zu der Entscheidung, ein solches Unterfangen zu starten, zumal sicherlich andere Aufgabenstellungen ebenfalls eine Menge Aufmerksamkeit erfordern?
Gerald Krebs: Natürlich haben wir permanente Anforderungen von unseren Kunden, Mietern und Mitgliedern, die von uns bearbeitet und umgesetzt werden müssen, aber tatsächlich wurde das Thema Glasfaserausbau doch in den letzten Monaten verstärkt an uns herangetragen. Einerseits von den Mietern und anderseits von den von uns verwaltenden Wohnungsbeständen beziehungsweise den Eigentümern, die häufig mit konkreten Verträgen bei den Verwaltungen angefragt haben, wie hier zu verfahren sei. Gleichzeitig haben wir natürlich die angedachten Anpassungen des Telekommunikationsgesetzes im Blick und haben uns entschlossen, in Sachen Glasfaser aktiv zu werden. Da nicht jeder unserer Mitarbeiter täglich mit dieser Thematik zu tun hat, gab es bereits im Vorfeld unterschiedliche Reaktionen, von einer Verweigerung eines Gebäudeanschlusses bis hin zu Freigaben der Installation einzelner Wohnungen mit Glasfaser. Eine Gemengelage, die keine Organisation gerne sieht.
DSC-News: Was war dann der konkrete Auslöser, dass Thema voranzutreiben?
Gerald Krebs: Wir hatten bereits des Öfteren Kontakt mit DSC Consulting in Person von Herrn Schickel und haben einen Workshop mit der Thematik Glasfaserausbau vereinbart. Bei diesem Workshop haben wir wirklich sehr intensiv die Details eines solchen Ausbaus diskutiert und auch verstanden, dass wir hier mit den zu erwartenden Änderungen des Telekommunikationsgesetzes als Unternehmensgruppe vor einer besonderen Herausforderung stehen: weiterhin die Anfragen unterschiedlicher Anbieter beantworten und individuelle Entscheidungen treffen oder einmal ganz konkret den Glasfaserausbau anzugehen und strategisch die zukünftige Telekommunikationsausstattung aller Liegenschaften zu planen, ohne möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt unter Entscheidungsdruck zu geraten.
DSC-News: Bei ihrer Größe kein einfaches Unterfangen – Aufwand und Einsatz personeller Ressourcen sicherlich ein nicht vernachlässigbarer Faktor.
Gerald Krebs: Unsere Entscheidung war klar – wir gehen das Thema an und werden trotz komplexer Ausgangssituation für unsere Gruppe eine Umsetzung vornehmen. Wir haben uns der Hilfe von DSC bei dieser Aufgabe versichert und auch personell mit der Neubesetzung von Frau Karin Heil als Projektleiterin die organisatorischen Voraussetzungen intern geschaffen. In dieser Konstellation konnte dieses Projekt Glasfaserausbau starten.
DSC-News: Wie ging es dann weiter?
Gerald Krebs: Wir haben unsere Bestände analysiert – was und wo gab es schon Aktivitäten in Richtung Glasfaser – welche Verträge wurden bereits abgeschlossen und als wirkliche Herausforderung die Erstellung einer detaillierten Bestandsliste, die regional aufgeteilt wurde. Dabei haben wir die verwalteten Eigentümergemeinschaften separat betrachtet, da die rechtlichen Voraussetzungen natürlich bei Wohnungseigentum anders zu handhaben sind. Insgesamt also doch mehr Aufwand, als wir ursprünglich erwartet hatten. Aber die Datenaufbereitung war auch für uns hilfreich, um einen genauen Überblick über die bereits erfolgte Ausbausituation zu erlangen und zu guter Letzt konnte dann eine Angebotsabfrage bei potenziellen Glasfaserunternehmen starten.
DSC-News: Mit welchem Resultat und zu ihrer Zufriedenheit oder gab es noch Hemmnisse in der Umsetzung?
Gerald Krebs: Sie können sich vorstellen, dass es bei einem solch heterogenen Bestand nicht möglich war, einen Anbieter für den Gesamtbestand zu gewinnen. Es gab natürlich bei größeren Anbietern ein hohes Interesse, möglichst viel von unseren Beständen zukünftig auszubauen, aber nicht jeder große Anbieter ist in der Lage, überall zur gleichen Zeit einen solchen Ausbau zu gewährleisten. Hier haben wir uns entschieden, doch auch regionale Anbieter stärker zu berücksichtigen und so zeitnah überall mit dem Glasfaserausbau starten zu können, wobei wir auch mit Optionen gearbeitet haben, damit organisatorisch in bestimmten Bereichen über Zeit der Ausbau durch einen Anbieter gewährleistet werden kann. Für den Anbieter ein lohnendes Planungsziel und für uns eine organisatorische Erleichterung – insbesondere für die Mitarbeiter, die sich nicht permanent mit unterschiedlichen Regelungen auseinandersetzen müssen.
DSC-News: Ihr Fazit?
Gerald Krebs: Wenn man derzeit von den neuen angedachten gesetzlichen Änderungen im Telekommunikationsgesetz liest und registriert, welcher mögliche Druck hier gegenüber Immobilienunternehmen aufgebaut werden soll, sind wir froh, unsere Entscheidung bereits bezüglich eines Ausbaus mit Glasfaser bis in jede Wohnung getroffen zu haben. Unsere Mitglieder, Kunden, Eigentümergemeinschaften und Mieter profitieren auf jeden Fall von unserer strategischen Entscheidung, diese zukunftsorientierte Technologie in allen Haushalten bereitstellen zu lassen. Insofern haben wir alles richtig gemacht – schauen wir uns an, wie zügig der Ausbau jetzt voranschreitet und die Umsetzung des Vorhabens gelingt.
DSC-News: Vielen Dank für das Gespräch Herr Krebs.
Weitere Informationen zur Familienheim Rhein-Neckar eG und zur Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN):

Mit mehr als 75 Jahren Erfahrung und rund 2.700 Wohnungen im eigenen Bestand, ist die Familienheim Rhein-Neckar eG ein etabliertes Unternehmen im Immobilienmarkt mit rund 6.000 Mitgliedern. Das Leistungsangebot umfasst das Planen, Entwickeln und Bauen von Immobilien, das Bewirtschaften von Bestandsimmobilien sowie den umfassenden und ganzheitlichen Service für Mieter und Kunden. Die Familienheim Rhein-Neckar ist die Muttergesellschaft der Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN).
Die IGRN ist mit ihren erfahrenen Unternehmen der Immobilienwirtschaft bundesweit tätig. Mit über 100.000 bewirtschafteten Wohnungen und mehr als 1,6 Millionen Quadratmeter Nutz- und Gewerbefläche deckt sie sämtliche immobilienbezogenen Dienstleistungen ab – von Projektentwicklung und Bau, WEG‑Verwaltung, Property‑ und Facility‑Management bis hin zu Energie‑ und Ressourcendiensten, Digitalisierung, Vermietung/Verkauf sowie Finanzierungs- und Versicherungsservices. Viele Leistungen sind zudem nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Immobilien nachhaltig, effizient und zukunftsorientiert zu bewirtschaften.
Weitere Informationen: www.fh-rn.de, www.igrn.de





