
Es wird Ernst!
Warum Immobilienbesitzer jetzt aktiv werden müssen
Mit dem am 10. Juni 2026 vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsentwurf für das TKG-Änderungsgesetz 2026 steht eine erneute Zäsur für die Immobilienwirtschaft bevor. Ziel der Novelle ist die massive Beschleunigung des Glasfaserausbaus und die Umsetzung der europäischen Gigabit-Infrastrukturverordnung („Gigabit Infrastructure Act“).
Doch was als bürokratischer Abbau verkauft wird, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als tiefgreifender Eingriff in Eigentumsrechte. Immobilienbesitzer, die jetzt nicht reagieren, geben die Kontrolle über ihre Liegenschaften aus der Hand und werden von außen gesteuert.
Was kommt auf Immobilienbesitzer zu?
Der Entwurf nimmt die Interessen der Netzbetreiber in den Fokus. Die zentralen Punkte:
- Recht auf Vollausbau: Netzbetreiber erhalten unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Glasfaser bis in jede Wohnung (FTTH) zu verlegen – auch ohne vorliegende Teilnehmerverträge der Mieter.
- Zeitdruck: Netzbetreiber müssen lediglich erklären, dass sie das Objekt innerhalb der nächsten 20 Monate anschließen werden, um ihr Ausbaurecht zu begründen.
- Kupfer-Glas-Migration: Die Bundesnetzagentur erhält Befugnisse, um den Übergang von Kupfer auf Glasfaser gesetzlich zu forcieren.
Statt Wunsch-Anbieter: Wer zuerst kommt, baut aus!
Das größte Risiko für Immobilienbesitzer ist der eingeschränkte Entscheidungspfad. Es gilt das Prinzip: Wer zuerst anklopft, baut aus. Bestehen bereits Präferenzen für einen bestimmten Anbieter oder eine eigene Ausbaustrategie, kann ein fremder Anbieter diese Pläne durchkreuzen.
Das Zeitfenster für eigenständiges Handeln ist klein
Der Gesetzgeber sieht strenge Fristen vor, um sich gegen einen aufgezwungenen Anbieter wehren zu können:
- Reaktionsfrist: Sie haben ab Erhalt der Anfrage genau zwei Monate Zeit, um zu reagieren.
- Eigenausbau-Option: Sie können den Ausbau selbst (oder durch einen gewählten Partner) vornehmen, müssen dies aber mit einer verbindlichen Regelung über Vertragsstrafen absichern und den Ausbau innerhalb von 24 Monaten garantieren.
- Duldung: Wenn Sie den Ausbau durch den anfragenden Anbieter akzeptieren, beginnt eine 6-wöchige Frist zur Einigung über die Leitungsführung. Das FTTH-Netz muss dann innerhalb von 18 Monaten betriebsbereit sein, sonst muss der Anbieter auch eine angemessene Vertragsstrafe leisten.
Mehr Bürokratie durch die Hintertür
Statt Bürokratieentlastung bringt das Gesetz neue Pflichten: Bauliche Nachweise müssen künftig auch vom Immobilienbesitzer mindestens zehn Jahre aufbewahrt und auf Verlangen der Behörde vorgelegt werden. Ein immenser administrativer Aufwand, der Eigentümer und Netzbetreiber gleichermaßen trifft.
Agieren statt Reagieren
Der Glasfaserausbau ist kein Projekt der fernen Zukunft, sondern eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit Ihrer Immobilie. Der Prozess lässt sich nicht aufhalten, aber er lässt sich steuern – wenn man den ersten Schritt macht.
Wer jetzt wartet, bis der Anbieter vor der Tür steht, hat die Kontrolle über die Wahl des Partners und die gewünschte Ausbauqualität bereits verloren. Setzen Sie die Leitplanken beim Ausbau Ihres Wohnungsbestandes mit Glasfaser durch eine proaktive Strategie und fair ausgehandelte Verträge.
Aus der Praxis
Dass dieser Weg der Eigeninitiative in der Praxis hervorragend funktioniert, zeigt das Beispiel der Hattersheimer Wohnungsbau GmbH. Statt das Heft des Handelns zu übergeben, hat das Unternehmen auf eine proaktive Ausschreibung gesetzt. Dazu der folgende Kommentar von Holger Kazzer, Geschäftsführer Hattersheimer Wohnungsbau GmbH:
„Mit der geplanten Anpassung des TKG drohte uns ein Kontrollverlust im Bestand – die Anbieter hätten im Grunde die Bedingungen für den Glasfaserausbau diktiert. Durch unsere aktive Ausschreibung haben wir die Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau nun selbst gesetzt. Wir steuern das Tempo und die technische Umsetzung in unseren Liegenschaften selbst, statt uns von außen steuern zu lassen.“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
Sie möchten den Prozess aktiv steuern, statt auf staatliche Vorgaben zu warten? Wir helfen Ihnen dabei! Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung, um eine maßgeschneiderte Strategie für Ihre Immobilie zu entwickeln. Kontaktieren Sie uns umgehend.
Weitere Informationen:
Dietmar Schickel
d.schickel@schickel.de

