Interview mit dem Bereichsleiter Objektbewirtschaftung der GWW Wiesbaden Jürgen Dittmar

Jürgen Dittmar, Prokurist und Bereichsleiter Objektbewirtschaftung

Nach einem Präsentationstermin vor der Geschäftsführung und den verschiedenen Bereichsleitern der GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH im Oktober 2020 war sehr schnell klar, dass die wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Medienversorgung im Rahmen eines Beratungsmandats durch DSC begleitet werden sollte. Ziel war es, durch eine Ausschreibung für die mehr als 13.000 Wohneinheiten den optimalen Partner zu finden, der auch auf die zu erwartenden Änderungen durch die TKG-Novelle eingehen würde.


Die Ausgangssituation:
Die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH mit verschiedenen Beteiligungsunternehmen, kurz GWW, ist mit ca. 13.000 eigenen Wohnungen größter Vermieter in Wiesbaden. Die Medienversorgung erfolgt aktuell durch einen Anbieter, der die eigene Hausverteilanlage der GWW nutzen kann. Die Abrechnung des Kabel-TV-Entgeltes erfolgt im sogenannten „Sammelinkasso“. Nach einem gemeinsamen Workshop und einer ersten Teilbegehung des Bestandes im Dezember 2020 erfolgte die Entscheidung im Februar 2021, eine komplette technische Analyse mit einer Begehung des koaxialen Gesamtbestandes durchzuführen. Dabei sollte insbesondere die weitere Nutzungsmöglichkeit der koaxialen Infrastruktur geprüft werden. Das zufriedenstellende Ergebnis wurde in weiteren Diskussionsrunden vorgestellt, gleichzeitig wurden die zwischenzeitlich vorliegenden Entwürfe der TKG-Novelle thematisiert und für die Ausschreibung ein zukünftiges „Einzelinkasso“ fixiert. Gewährleistet sein sollte zudem eine innovative Versorgung für die Zukunft der gesamten Bestände mit einem FTTB-Glasfaseranschluss (Fiber-To-The-Building). Mit einer auf dieses Ziel ausgerichteten Ausschreibung wurden verschiedene Anbieter Mitte 2021 zur Beteiligung aufgefordert. Der gesamte Prozess wurde durch die DSC Dietmar Schickel Consulting begleitet.

Das Ergebnis:
Nach intensiven Verhandlungen hat sich die GWW entschieden, mit einem neuen Anbieter zusammenzuarbeiten. Dabei war zwar der sehr günstige Preis für die Mieter im „Einzelinkasso“ und die technische Konzeption entscheidend, aber auch die für die Stadt Wiesbaden insgesamt aufgezeigten Vorteile wurden zur Kenntnis genommen. Die Umsetzung einer FTTB-Infrastruktur für die Gesamtbestände der GWW bietet damit auch für die Stadt und die eigene städtische Telekommunikationsunternehmung WiTCOM eine verbesserte Ausgangslage für eine zukünftige flächendeckende Glasfaserinfrastruktur in Wiesbaden.


DSC-News führte ein Interview mit dem Prokuristen und Bereichsleiter Jürgen Dittmar.


DSC-News:
Herr Dittmar, mit dem Slogan „In Wiesbaden zu Hause“ macht die GWW sehr deutlich, was sie umtreibt. Insbesondere der Anspruch als Wohnungsbaugesellschaft in der sozialen Verantwortung zu stehen und preiswertes und attraktives Wohnen für alle Mieter zu bieten. Damit dürften sie ja mit der neuen Vereinbarung für eine zukünftige Medienversorgung wieder alles richtig gemacht haben.

Jürgen Dittmar:
So ist es – wir sind sehr froh, dass wir trotz dem notwendigen Wechsel aus einem bisher günstigen „Sammelvertrag“ auf ein außerordentlich günstiges Angebot für unsere Mieter im „Einzelinkasso“ wechseln können.

DSC-News:
Dies wird sicherlich einige Wohnungsunternehmen beschäftigen, die bisher im „Sammelvertrag“ ihre Mieter mit Kabel-TV versorgt haben. Wie gehen Sie mit diesem Thema um?

Jürgen Dittmar:
Ich bin davon überzeugt, dass die Umsetzung eines Einzelinkassos nicht überall einfach zu realisieren ist. Auch wir müssen sicherlich kommunikativ den neuen Anbieter unterstützen, um die Änderung dieser bisherigen Abrechnungspraxis zu erläutern und den Mietern klarzumachen, dass sie zukünftig selbst entscheiden, ob sie eine Versorgung mit klassischem Kabel-TV wünschen oder nicht. Hier sind natürlich der Preis und das Angebot maßgeblich. Beides gestaltet sich aber aus unserer Sicht sehr positiv, zumal die HDTV-Programme der privaten Senderfamilien kostenfrei im Angebot enthalten sind.

DSC-News:
Sie haben sich bei der zukünftigen Versorgung für einen neuen Anbieter entschieden. Auch kein einfacher Schritt nach einer doch langen Zusammenarbeit mit dem bisherigen Betreiber. Was gab den Ausschlag für den Wechsel?

Jürgen Dittmar:
Wir sind mit der Unterstützung von DSC Dietmar Schickel Consulting in eine offene und faire Ausschreibung gestartet. Bedingt durch unsere doch vorhandene große Anzahl von Wohneinheiten haben sich verschiedene Anbieter bei unserer Ausschreibung dann einen erheblichen Bieterwettstreit geliefert. Es waren wirklich nur kleine Nuancen und ein leichter Preisunterschied, die uns zu dieser Entscheidung geführt haben. Hinzu kam die Abfrage nach einem Ausbau der Netzebene 3 in Glasfaser und die Bereitschaft, dies bei all unseren Beständen vorzunehmen. Wir haben uns die letztendliche Entscheidung nicht leicht gemacht und nach den vorliegenden Fakten entschieden – Preis und Leistungsangebot sind für unsere Mieter einfach sehr gut.

DSC-News:
Das koaxiale Netz ist in ihrem Besitz, wird dies vorerst weiterbetrieben oder ist auch hier der Wechsel auf eine Glasfaserinfrastruktur im Haus angedacht?

Jürgen Dittmar:
Aus unserer Sicht stehen wir diesbezüglich nicht unter Druck. Nach einer umfassenden technischen Analyse unseres Gesamtbestandes mit einer positiven Bewertung können wir mittelfristig noch sehr gut mit der vorhandenen koaxialen Infrastruktur leben. Wichtig ist dabei, dass die Anbindung an ein Glasfasernetz der Netzebene 3 erfolgt und wir so über ausreichend hohe Bandbreitenangebote für unsere Mieter verfügen. Ein solches hybrides Netz (HFC-Netz = Hybrid-Fiber-Koax) gibt uns damit die Möglichkeit, mit einem Migrationskonzept einen Komplettausbau mit Glasfaser auch der Netzebene 4 vorzubereiten und einen sukzessiven Übergang zum Beispiel im Rahmen von Modernisierungs-Maßnahmen umzusetzen. Im Neubau bauen wir bereits komplette Glasfaserinfrastrukturen bis in die Wohnungen (FTTH = Fiber-To-The-Home), da sind wir gut aufgestellt.

DSC-News:
Noch eine letzte Frage – Hand aufs Herz: Hätten Sie die Ausschreibung in dieser Form selbst durchgeführt?

Jürgen Dittmar:
Ich muss gestehen, die Erfordernisse aus der TKG-Novelle, die Komplexität des Verfahrens und das erforderliche technische Know-how hätten wir sicherlich so nicht im Haus bereitstellen können. Deshalb kann man hier die Unterstützung von DSC nur positiv vermerken!

DSC-News:
Vielen Dank für das Gespräch!

 

GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH

Mit einem Wohnungsbestand von mehr als 13.000 Wohnungen und einem ambitionierten Wohnungsneubauprogramm leistet die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH seit ihrer Gründung vor über 70 Jahren einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Wohnen in Wiesbaden für breite Bevölkerungsgruppen bezahlbar bleibt. Der größte Wohnungsanbieter der Stadt zu sein geht zugleich mit dem Anspruch einher, einen messbaren Beitrag für das Zusammenleben in der Stadtgesellschaft und in den Stadtquartieren leisten zu wollen.

Soziales, ehrenamtliches bzw. bürgerschaftliches Engagement ist bei der GWW mit ihren rund 160 Mitarbeitern deshalb ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Bis heute werden regelmäßig ganz unterschiedliche Projekte initiiert, begleitet und gefördert, bei denen die Themen Integration, Partizipation und Prävention sowie die unterschiedlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit im Fokus stehen.


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